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Was ist ein Labyrinth?

Informationen zum Labyrinth


„Labyrinth“
- ein archaisches Wort... - Vielen Menschen fällt dabei das mythologische Labyrinth des Daedalos auf Kreta ein, im dem der Minotaurus gefangen sitzt und ebenso nicht heraus kommt wie die Menschenopfer, die er verschlingt.
Das Labyrinth also ein Gewirr von Gängen, aus dem man nicht wieder heraus findet – es sei denn man hat, wie Theseus, den „Ariadnefaden“?

Auch wenn die Bezeichnungen teilweise synonym gebraucht werden, ist ein Labyrinth nicht dasselbe wie ein sogenannter „Irrgarten“:
Die Gänge von Irrgärten werden meist von hohen Hecken, Mauern, Zäunen oder von Spiegelglas begrenzt, Gänge, in denen man sich verlaufen, „in die Irre gehen“ kann. Die Mitte ist nicht erkennbar. Im Gehen verliert man den Überblick, man weiß nicht, wo man sich befindet, man „blickt nicht durch“. Schnell entsteht im Irrgarten ein Gefühl der Ausweglosigkeit und Hilflosigkeit. „Im Irrgarten regiert das ‚Prinzip Zufall’. Um die Mitte im Irrgarten zu finden, muss man wie ... beim Loskauf einfach Glück haben.“
(Uwe Wolff)

„In einem Irrgarten wird man atemlos, in einem Labyrinth findet man zu seiner Mitte.“ – Dieser Satz von Gernot Candolini macht den wesentlichen Unterschied zwischen einem Irrgarten und einem Labyrinth im eigentlichen Sinne deutlich; denn ein Labyrinth besteht aus einem einzigen gewundenen Weg, der ohne Sackgassen und Irrwege stets weiter bis in die Mitte führt.
Es gilt im Labyrinth keine Entscheidungen zu fällen, welcher Weg zu beschreiten ist, es gilt einzig, dem Weg zu folgen, welche Wendungen er auch nimmt. Und ebenso, wie uns der verschlungene Pfad ohne Irrungen zur Mitte führt, führt er uns auch wieder heraus.


„Wenn unser Leben ein Irrgarten ist,
dann ist die Grundstimmung unseres Lebens die Angst vor Irrtum und Verlorensein. Wenn unser Leben ein Labyrinth ist,
dann haben wir eine Mitte,
und unsere Grundstimmung ist das Vertrauen in eine letzte Geborgenheit.“
(Gernot Candolini)


So wird uns der verschlungene, manchmal verwunderliche und irritierende Weg zu einem Sinnbild unseres Lebens: Vor allem in schwierigen Lebenssituationen denken wir oft, dass wir uns „verlaufen“, sogar „verrannt“ haben wie in einem Irrgarten, dass wir Umwege gehen, oder sogar in Sackgassen steckengeblieben sind.
Erst im zeitlichen Rückblick, wenn wir wieder zu uns selbst gefunden haben, zu unserer Mitte, stellen wir fest, dass wir niemals von „unserem Weg“ abgekommen sind. Dass uns unser ureigener Weg wohl manchmal vom Ziel wegführt, aber niemals in die Irre.

Auf das menschliche Leben bezogen kann der Weg des Labyrinthes in zweierlei Weise verstanden werden: Zum einen kann er Symbol sein für den individuellen Lebensweg von der Geburt bis zum Tod. Zum anderen führt der vorgezeichnete, frag-lose Weg zur eigenen Mitte, zum eigenen innersten Kern, zu dem im Tiefsten verborgenen göttlichen Funken, den jede und jeder in sich trägt.



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